Gib' deinen Ton: Video-Aktion „WIR - Musik in Niedersachsen“

Zwei Monate sind nun seit dem Corona-Shutdown vergangen. Einige haben bis heute keine Soforthilfe erhalten, eine Wiederaufnahme des Konzertbetriebs ist nicht in Sicht, entsprechende Entschädigungsmaßnahmen ebenso nicht. Nachdem wir in unserem ersten offenen Brief an die Landesregierung bereits unsere Position zum Ausdruck gebracht haben, wollen wir sie nun mit einer medienwirksameren Aktion noch einmal unterstreichen.

Bitte unterstützt die Aktion und teilt sie auf allen möglichen Wegen.

Ob Profi- oder Hobbymusiker*in - sende uns deinen Corona-Warnton:

Während in manchen Bereichen Lockerungen stattfinden, Geschäfte und Restaurants mit Auflagen wieder öffnen dürfen, ist noch nicht abzusehen, wann die Musikszene wieder langsam losspielen darf. 

Mit dieser Corona-Video-Aktion geben wir ein deutliches Lebenszeichen und senden gleichzeitig aber auch ein wichtiges Warnsignal an die Politik. Weitere Infos zum Hintergrund der Aktion findest du weiter unten.

Das Ganze geht schnell und einfach: 

  1. Stelle dein Smartphone mit der Kamera zu dir gerichtet auf und spiele ca. 8 Sekunden lang einen sauberen Ton. Irgendeinen Ton deiner Wahl. 
  2. evtl. den Abstand oder das Eingangssignal beachten, damit der Ton nicht übersteuert (vor allem laute Instrumente, z.B. Trompete, Saxofon und Posaune).
    Natürlich freuen wir uns auch auf gesungene Töne oder Sounds mit Perkussionsinstrumenten!
  3. dein kurzes Video kann an einem Ort deiner Wahl aufgenommen werden: Proberaum, Garten, im Bett, auf dem Klo etc. 
  • bitte keine 4K Videos, 720p HD reichen völlig
  • Hoch- oder Querformat, du hast die Wahl

Wir freuen uns schon auf eure Ideen!

Schick' uns dein Corona-Warnton-Video bis zum 31. Mai 2020 an: 

Anschließend arrangieren wir aus allen eingesendeten Tönen einen Akkord für die große Video-Wall. 

Wir geben dir Bescheid, sobald das Video-online ist.

Herzliche Grüße,
euer Vorstand - LAG JAZZ Niedersachen

Zum Hintergrund

Trotz Bekundungen der verantwortlichen Politiker in Niedersachsen funktionieren die Corona-Hilfen für Künstler*innen nicht, wie versprochen, schnell und unbürokratisch. Die staatlichen Hilfsmaßnahmen sind bei manchen angekommen, bei anderen Mitte Mai immer noch nicht (nach anderthalb Monaten!). Bei betroffenen Künstler*innen entsteht eher der Eindruck einer Art "Lotterie" und nicht von organisierten, zielführenden Maßnahmen. Im Vergleich mit anderen Bundesländern (z.B. Baden-Württemberg, Bayern, Berlin und Hamburg) steht Niedersachsen nicht gut da, was die Hilfen für Kunst und Kultur – insbesondere für freischaffende Künstler*innen – angeht. Als LAG JAZZ Niedersachsen haben wir vor einigen Wochen einen Offenen Brief an die politisch Verantwortlichen geschickt und auf die Situation aufmerksam gemacht. Leider ist seitdem nicht viel passiert. Nach wie vor gibt es einen großen Flickenteppich an Maßnahmen: verschiedene Städte und Regionen sowie die einzelnen Länder bringen ihre eigenen Corona-Hilfen auf den Weg. Wir empfinden die landespolitischen Unterschiede für Hilfsmaßnahmen als ungerecht und fordern die niedersächsische Landesregierung auf nachzubessern. Am wichtigsten jedoch wäre eine Perspektive, wie und wann der Kulturbetrieb langsam wieder Fahrt aufnehmen kann. Das würde nicht nur den Künstlern helfen, sondern natürlich auch Club-Betreibern und Konzertveranstaltern, die ebenfalls sehr von den Lockdown-Maßnahmen betroffen sind. Nun, da erste Lockerungen stattfinden  (z.B. Restaurants und Geschäfte öffnen wieder, die Bundesliga spielt wieder etc.) braucht auch die Musikszene konkretere Vorgaben für einen Restart. 

In den letzten Wochen wurden viele Briefe zum Thema Corona-Krise hin- und hergeschickt. Teilweise hat es auch geholfen die Kritikpunkte klar und deutlich festzuhalten und als Diskussionsgrundlage zu teilen. Wir möchten nun einen anderen Weg einschlagen, um auf die Situation der Musikszene in Niedersachsen aufmerksam zu machen und würden uns sehr freuen, wenn du bei unserer gemeinschaftlichen Video-Aktion mitmachen würdest.

Mit der Einsendung des Videos und der Teilnahme an der Aktion bin ich damit Einverstanden, dass mein Video im Rahmen der Corona-Video-Wall veröffentlicht werden darf (Internet, TV etc.). Einzelne Namen werden dabei in der Öffentlichkeit nicht genannt.